Mit Meilen sammeln anfangen – aber wie?

0
239
Lufthansa Business Class
Lufthansa Business Class

Meine Meilen-Geschichte

Mit Meilen sammeln anfangen lohnt sich! Die meisten Reisebegeisterten haben davon schon einmal gehört: Eigentlich ist das Sammeln von Vielfliegermeilen etwas für Geschäftsleute, die von einem Termin in der Welt zu anderen jetten.

Aber es gibt Menschen, die irgendwie mit irgendwelchen Tricks Meilen bei einer Fluggesellschaft sammeln und dann in der Businessclass oder gar First Class zu ihren Urlauben fliegen.

Air Berlin
Air Berlin

Meine erste Berührung mit dem Thema hatte ich 2014. Damals war ich mit der inzwischen aufgelösten Fluggesellschaft Air Berlin in New York. Es war ein grauenhafter Flug. Das Essen war schlecht und die Beinfreiheit bei dem achtstündigen Flug quasi nichtexistent. Auf dem Rückflug kam hinzu, dass mit der Vordermann in regelmässigen Abständen seinen Sitz ins Gesicht haute – entweder dann, wenn ich gerade eingeschlafen war, oder etwas zu Essen vor mir stehen hatte.

Dann bekam ich eine Einladung zu einer Konferenz, die 2020 in Wellington in Neuseeland stattfinden sollte. Während ich begeistert Bilder von dem Land am anderen Ende der Welt betrachtete, konnte mich die Aussicht, mehr als 24 Stunden in der Economy zu fliegen eher nicht begeistern. Ich informierte mich also zunächst, wie viel ein Flug in der Business Class kostete und musste dabei leider feststellen, dass dieser Betrag mein Reisebudget sprengen würde.

Ausweg: Meilen sammeln!

Aber ich stieß dann bei meinen Recherchen auf einen Bericht über Meilensammler und habe beschlossen, meinen Businessclass-Flug auf diese Art und Weise in Angriff zu nehmen. Ich hatte ja immerhin fünf Jahre Zeit und das war nach meinen Informationen genug, um auf die notwendige Anzahl an Meilen zu kommen, um dann mit Singapore Airlines nach Wellington zu fliegen.

Wegen der Corona-Epidemie wurde die Konferenz dann abgesagt und meine Neuseelandpläne lösten sich in Luft auf, aber ich habe inzwischen Reisen nach New York und Washington, sowie nach Dubai mit Meilen bezahlt. Dabei durfte ich die fantastische Businessclass von Emirates  genießen und an der Bar im Doppelstockairbus im A380 einen Lagavulin-Whisky trinken und die Lufthansa-Businessclass im Oberdeck des Jumbojets B747 testen. Ein anderes Highlight war auch die Singapore-Airlines Businessclass im A380 auf einem Rückflug von New York. Ihr seht, ich habe meine Entscheidung, mit dem Meilensammeln anzufangen nicht bereut.

Bar Emirates A380
Bar Emirates A380

Mit Meilensammeln anfangen – aber wie?

Aber wie soll man damit anfangen? Es gibt im Internet mehrere Seiten und Foren, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Schnell gewinnt man da den Eindruck, dass das Meilensammeln mit Hilfe mehrerer Kreditkarten eher etwas für die Besser- und Bestensverdiener ist oder für Leute, die genügend Muße haben, sich bei einem guten Dutzend Loyalitätsprogrammen verschiedener Fluggesellsschaften anzumelden und ihre Punkte mit Umrechnungstabellen und Exceltabellen zu überwachen.

Aber es geht auch einfach und mit wenig Zeitaufwand. Gerade, wenn man aus Deutschland kommt, reicht für den Anfang das Miles&More-Loyalitätsprogramm der Lufthansa mit einer dazugehörigen Kreditkarte, sowie das Omnipräsente Payback-Programm völlig aus. Selbst mit eher überschaubaren Ausgaben kann man hier genug Meilen sammeln, um alle zwei oder drei Jahre einen Businessclass-Interkontinentalflug mit Punkten zu buchen.

Miles&More Kreditkarte

Aber wie sammelt man mit Miles&More und Payback nun genügend Meilen dafür? Zunächst besorgt man sich eine Miles&More-Kreditkarte und bezahlt mit dieser so viele Ausgaben wie möglich. Ich empfehle die Miles&More-Gold-Kreditkarte, die zum Zeitpunkt dieses Artikels monatlich etwas mehr als 11 Euro kostet. Dafür bekommt man als gerade einen Willkommensbonus von 30.000 Meilen, was schon die Hälfte eines (einfachen) Interkontinentalfluges nach Dubai oder in die USA in der Businessclass ausmacht. Eine günstigere Alternative ist die Miles&More Blue Kreditkarte für 5,50 Euro pro Monat. Bei beiden Karten ist gemeinsam, dass mit ihnen gesammelte Punkt im Programm nicht im Laufe der Zeit verfallen, was einem droht, wenn man keine Kreditkarte mit Verfallsschutz hat. Mit jedem Euro, den man über die Kreditkarte ausgibt, bekommt man dann eine halbe Meile. Das hört sich nicht nach sehr viel an, aber im Laufe von Wochen und Monaten kommt hier schon einiges zusammen.

Von Lotus Head from Johannesburg, Gauteng, South Africa - sxc.hu, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=99950
Von Lotus Head from Johannesburg, Gauteng, South Africa – sxc.hu, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=99950

Dazu kommen viele Angebote von Miles&More, Extrameilen zu sammeln, zum Beispiel durch Zeitschriftenabos. Durch ein Jahresabo der WELT habe ich vor einiger Zeit über 30.000 Meilen gesammelt – wieder fast die Hälfte eines Businessclassfluges in die USA.

Flüge mit Lufthansa&Co.

Weiterhin sammelt mal beim Miles&More-Programm natürlich Meilen durch Flüge. Man sollte sich unbedingt angewöhnen, Flüge nur mit Lufthansa oder ihren Partnergesellschaften wie Eurowings oder SWISS zu buchen, da man dann mit jedem Flug zusätzliche Meilen bekommt.

Wichtiger Baustein: Payback

Ein weiterer Baustein dieser Strategie ist dann der Einsatz der Payback-Karte. Mit diesem Loyalitätsprogramm sammele ich Unmengen an Punkten, die man dann problemlos zu Miles&More-Meilen umwandeln kann. Mit jedem Einkauf sammelt man hier Punkte. Eine nicht zu unterschätzende Strategie ist hier auch der Einsatz von Coupons. Ich kaufe zum Beispiel oft bei REWE ein und hier gibt es in der Payback-Handy-App regelmässig Coupons für 4-fach, 10-fach oder gar 20-fach Punkte. Wenn ich mit einem solchen Coupon einkaufe und die Gelegenheit dann nutze, nicht verderbliche Sachen wie Kaffee&Co. auf Vorrat einzukaufen, bekomme ich regelmässig tausende von Payback-Punkten.

Payback Logo
Payback Logo

Umwandeln zu Miles&More

Beim Umwandeln der Paybackpunkte zu Miles&More lohnt es sich, wiederum auf Aktionen zu achten. Ein- oder zweimal im Jahr bekommt man für einen bestimmten Zeitraum 25% der Meilen bei einer Umwandlung geschenkt obendrauf. Von daher lohnt es sich, für das Umwandeln auf eine solche Aktion zu warten. Bei 10.000 umzuwandelnden Punkten sind das dann wiederum 2.500 Meilen geschenkt.

Beim Einlösen der Meilen sollte man einen Blick auf die sogenannten Meilenschnäppchen werfen. Hier gibt es jeweils für einen Monat bestimmte Tickets zu bestimmten Reisezielen deutlich vergünstigt. Ist man hier mit dem Meilensammeln konsequent, woran man sich sehr schnell gewöhnt, ist der Traum vom Flug in der Businessclass nicht mehr weit entfernt, auch wenn man sich nicht bis in die letzten, arkanen Details der Kunst des Meilensammelns verschreiben will. Man sieht: mit Meilensammeln anfangen lohnt sich.

Lufthansa Business Class
Lufthansa Business Class

Bei einem späteren Artikel werden wir uns mit der Frage beschäftigen, wie man seine meilen am besten für Flüge einlöst

Links zu diesem Artikel (keine affiliate Links):

Miles and More
https://www.miles-and-more.com/de/de.html

Miles and More Kreditkarten
https://www.miles-and-more-kreditkarte.com/privatkunden/miles-more-gold-credit-card

Lufthansa
https://www.lufthansa.com/de/de/homepage

Payback
https://www.payback.de/

Vorheriger ArtikelMit der MS Europa 2 in die Karibik
Nächster ArtikelReview: Hugo Junkers Lounge Düsseldorf

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.